Gutes Brennholz ist ein Naturprodukt – und es verhält sich auch so. Holz nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und gibt sie wieder ab, je nachdem, wie es gelagert wird. Selbst kammergetrocknetes Kaminholz kann bei ungünstiger Lagerung innerhalb weniger Wochen wieder deutlich feuchter werden. Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Grundregeln bleibt Ihr Vorrat über viele Monate ofenfertig. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei Standort, Unterbau, Stapeltechnik und Vorratshaltung ankommt.
Warum die Lagerung über den Heizwert entscheidet
Jeder Liter Wasser, der im Holz steckt, muss im Ofen zunächst verdampfen, bevor das Holz Wärme an den Raum abgeben kann. Feuchtes Holz brennt deshalb träge, die Scheibe verrußt, und im Schornstein lagern sich Rückstände ab. Hinzu kommt die rechtliche Seite: In Deutschland darf in Kaminöfen nur Holz verbrannt werden, dessen Feuchtegehalt unter 25 Prozent liegt – bezogen auf das Trockengewicht des Holzes. Das entspricht einem Wassergehalt von etwa 20 Prozent. Wer richtig lagert, schützt also nicht nur seinen Geldbeutel, sondern auch Ofen, Schornstein und Nachbarschaft.
Der richtige Standort
Der ideale Lagerplatz ist vor Regen geschützt, aber dem Wind ausgesetzt. Bewährt haben sich die Süd- und die Westseite eines Gebäudes, an denen Sonne und Luftbewegung die Trocknung unterstützen. Weniger geeignet sind schattige, windstille Ecken, dichte Hecken sowie Plätze direkt unter tropfenden Bäumen.
- Wählen Sie einen sonnigen, luftigen Platz mit freier Anströmung.
- Halten Sie zur Hauswand einen Abstand von etwa einer Handbreit ein, damit die Luft auch hinter dem Stapel zirkulieren kann.
- Sorgen Sie für ein Dach mit ausreichendem Überstand – der Regen soll abgehalten werden, die Seiten bleiben offen.
- Achten Sie auf einen kurzen, sicheren Weg zum Haus, damit das Nachlegen im Winter nicht zur Rutschpartie wird.
Keller und Garage: nur bedingt geeignet
Geschlossene Räume ohne Luftaustausch sind für größere Holzmengen ungeeignet. In einem unbelüfteten Keller kann das Holz keine Feuchtigkeit abgeben, im ungünstigen Fall bildet sich Schimmel. Bereits vollständig getrocknetes Holz dürfen Sie in kleinen Mengen in einem trockenen, gut belüfteten Raum bevorraten. Ein Tagesvorrat neben dem Ofen ist sogar sinnvoll: Das Holz nimmt Raumtemperatur an und zündet leichter. Beachten Sie dabei stets die vom Hersteller Ihres Ofens vorgegebenen Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien.
Abstand zum Boden: der Unterbau
Holz, das direkt auf dem Erdreich liegt, zieht Feuchtigkeit wie ein Docht. Die unterste Lage fault mit der Zeit und wird zum Lebensraum für Pilze und Insekten. Stapeln Sie Ihr Brennholz deshalb grundsätzlich auf einem Unterbau – zum Beispiel auf Paletten, Kanthölzern oder einem Metallregal. Zehn bis fünfzehn Zentimeter Bodenfreiheit genügen, damit die Luft auch von unten durch den Stapel streichen kann. Ein fester, ebener Untergrund aus Pflaster, Kies oder Betonplatten verhindert zudem, dass der Stapel einsinkt und kippt.
Richtig stapeln
Ein guter Holzstapel ist stabil und zugleich durchlässig. Legen Sie die Scheite parallel und nicht zu dicht, mit der Rinde nach unten, wenn der Stapel überdacht ist. Bei frei stehenden Stapeln ohne seitliche Stütze geben kreuzweise geschichtete Endtürme Halt. Stapeln Sie lieber in mehreren niedrigen Reihen als in einer sehr hohen: Über Brusthöhe hinaus wird ein Stapel schnell instabil – ein Sicherheitsrisiko, insbesondere für Kinder.
- Lassen Sie zwischen zwei Stapelreihen einen Luftspalt von einigen Zentimetern.
- Decken Sie den Stapel nur oben ab. Eine rundum geschlossene Plane staut die Feuchtigkeit.
- Verbrauchen Sie zuerst die ältesten Scheite. So entsteht kein Altbestand, der über Jahre liegen bleibt.
Kammergetrocknetes Holz und Palettenware
Technisch getrocknetes Kaminholz wird häufig auf Paletten oder in Gitterboxen geliefert und kann in dieser Form überdacht stehen bleiben. Wichtig ist, eine werkseitige Folienhaube nach der Anlieferung zumindest an den Seiten zu öffnen oder ganz zu entfernen, sobald die Palette an ihrem geschützten Lagerplatz steht – andernfalls bildet sich bei Temperaturwechseln Kondenswasser unter der Folie. Geschüttetes Holz in Boxen trocknet etwas langsamer nach als sauber gestapeltes, weil die Scheite dichter aufeinanderliegen. Bei bereits ofenfertiger Ware spielt das in der Praxis kaum eine Rolle, solange Regen und Bodenfeuchte ferngehalten werden.
Wie viel Vorrat ist sinnvoll?
Der Bedarf hängt stark von Gebäude, Ofen und Heizgewohnheiten ab. Wer seinen Kaminofen an Wochenenden und kühlen Abenden nutzt, kommt mit wenigen Schüttraummetern durch den Winter. Wer große Teile des Hauses mit Holz beheizt, benötigt ein Vielfaches. Planen Sie die Lagerfläche großzügig: Ein Schüttraummeter lose geschüttetes Holz benötigt ungefähr einen Kubikmeter Raum, gestapelt entsprechend weniger. Mit unserem Brennstoffrechner können Sie Ihren Jahresbedarf und die dafür nötige Lagerfläche überschlägig ermitteln.
Die häufigsten Fehler im Überblick
| Fehler | Folge | Besser so |
|---|---|---|
| Stapel direkt auf dem Erdboden | Aufsteigende Feuchte, Fäulnis in der untersten Lage | Paletten oder Kanthölzer als Unterbau |
| Plane rundum bis zum Boden | Staunässe, Schimmelbildung | Nur von oben abdecken, Seiten offen lassen |
| Lagerung im unbelüfteten Keller | Holz trocknet nicht nach, muffiger Geruch | Luftiger Außenplatz, innen nur der Tagesvorrat |
| Stapel ohne Abstand zur Wand | Feuchte Wand, fehlende Hinterlüftung | Etwa eine Handbreit Abstand halten |
Fazit
Brennholz richtig zu lagern ist keine Wissenschaft: ein Dach über dem Stapel, Luft von allen Seiten und Abstand zum Boden – mehr braucht es nicht. Wer zusätzlich die Restfeuchte gelegentlich mit einem Holzfeuchtemessgerät kontrolliert, heizt dauerhaft effizient, schont seinen Ofen und hat lange Freude an einem klaren, ruhigen Flammenbild.
Die Angaben in diesem Artikel sind allgemeine Richtwerte und ersetzen keine Beratung durch Ihren Schornsteinfeger, Ofenbauer oder die Bedienungsanleitung Ihrer Feuerstätte. Fragen beantworten wir gern persönlich.








